Der Touristische Vertriebsklimaindex – Oktober 2020

Der Touristische Vertriebsklimaindex – Oktober 2020

19.10.2020

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Trotz Herbstferienzeit ist auch im Oktober 2020 die Stimmung unter den Reisebüros am Boden. Im Vergleich zum Vormonat stabilisiert sich der Touristische Vertriebsklima-Index auf einem sehr niedrigen Niveau.

Dr. Fried & Partner erfasst seit 2005 monatlich die Stimmung am Counter.

Aktuelle Lage
Auch im Oktober setzt sich fort, dass keins der teilnehmenden Reisebüros die aktuelle Lage beim Vertrieb von Reiseleistungen als gut einschätzt. Insgesamt wird die Lage erneut etwas kritischer eingeschätzt als noch im Vormonat. So bewerten nur 1,6% der Befragten die aktuelle Lage als befriedigend (Vormonat 2,8%), während 98,4% die Lage im Vertrieb von Reiseleistungen als schlecht einschätzen (Vormonat 97,2%)

Die Einschätzungen zum Verkauf von Reiseleistungen in den letzten 2-3 Monaten im Vergleich zum Vorjahr befinden sich nahezu auf dem gleichen niedrigen Niveau wie noch im Monat zuvor. Zwar geben nun 0,8% der Befragten an, dass der Verkauf von Reiseleistungen gestiegen ist (Vormonat 0,0%), jedoch antworten im Gegenzug 96,1% der teilnehmenden Reisebüros, dass der Vertrieb von Reiseleistungen gesunken ist. 3,1% der Befragten geben an, dass die Lage in den letzten 2-3 Monaten im Vergleich zum Vorjahr unverändert ist.

Nach einem minimalen Aufwärtstrend in der Bewertung der aktuellen Lage im Sommer bringt der Herbst nun erneut eine kritischere Einschätzung der aktuellen Situation mit sich.

Zukünftige Lage
Sehr verhaltener Optimismus zeigt sich im Hinblick auf die künftige Nachfrageentwicklung. So rechnen 1,6% der Teilnehmer damit, dass die Nachfrage nach Reiseleistungen in den nächsten 6 Monaten im Vergleich zum Vorjahr steigen wird. Im Vormonat teilten nur 0,7% der Befragten diese Ansicht. 5,4% der Reisebüros gehen davon aus, dass die zukünftige Nachfragesituation sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändern wird. Weiterhin rechnen 93,0% der teilnehmenden Reisebüros mit einer sinkenden Nachfrage in den nächsten 6 Monaten (Vormonat 93,6%).

Bezüglich der zukünftigen Ertragssituation ist die Entwicklung der Stimmung gespalten. Eine wachsende Mehrheit (91,3%) rechnet mit einer sich verschlechternden Ertragssituation in den nächsten 6 Monaten. Im Vormonat gingen noch 85,8% der Teilnehmer von einem solchen Szenario aus. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Reisebüros, die mit einer besseren Ertragslage rechnen ebenfalls erhöht (von 1,4% im Vormonat auf 2,4%). Ein Rückgang ist insbesondere bei denjenigen zu verzeichnen, die davon ausgehen, dass sich die Ertragssituation nicht verändert. Gaben dies im Vormonat noch 12,8% der teilnehmenden Reisebüros an, wählten diesen Monat nur noch 6,3% diese Antwortoption.

In Anbetracht des nahenden Winters und ansteigender Corona-Zahlen bleibt der Großteil der Reisebüros beim Blick in die Zukunft skeptisch und erwartet, dass sich die Lage in den nächsten 6 Monaten eher noch verschlechtern wird.

Zusammenfassung
Die Stimmung im deutschen Reisevertrieb bleibt weiterhin pessimistisch. Angesichts erneut ansteigender Corona-Zahlen, Reisewarnungen (auch fürs Inland) und Aufrufen auf nicht notwendige Reisen zu verzichten, verspricht auch der Blick in die nahe Zukunft nur begrenzt eine Erholung.

Im Oktober 2020 nahmen 129 Reisebüros an der Befragung teil (Vormonat 142).

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