„Tourismus im Wandel: Das Reisen neu denken“ – Teil 2 des Podcast gibt Einblicke in die Zukunft der Tourismus-Industrie – Dr. Markus Heller im Kapitalmarkt Podcast der Fondsgesellschaft Fidelity International

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„Tourismus im Wandel: Das Reisen neu denken“ – Teil 2 des Podcast gibt Einblicke in die Zukunft der Tourismus-Industrie – Dr. Markus Heller im Kapitalmarkt Podcast der Fondsgesellschaft Fidelity International

23.08.2021

Auch abseits der Corona-Krise hat die Branche sich einer Vielzahl an Herausforderungen zu stellen: Fragen wie „Lassen sich Urlaub und Klimaschutz miteinander verbinden?“, „Wie verändert die Digitalisierung das Reisen?“ und was bedeutet es für die Branche, wenn mit wachsendem Wohlstand in Schwellenländern immer mehr Menschen das Reisen für sich entdecken? Diese und weitere Fragen beleuchtet Dr. Markus Heller gemeinsam mit dem Kapitalmarktstrategen Carsten Roemheld der Fondsgesellschaft Fidelity International.

Diese und weitere exklusive Einblicke hören Sie in Teil zwei „Tourismus im Wandel: Das Reisen neu denken“. Unseren Beitrag zum ersten Teil des Podcasts finden Sie hier.

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KundInnen fordern zwar zunehmend einen nachhaltigeren Umgang, reisen jedoch zu großen Teilen auch weiterhin preisbewusst

Zwar zeigt sich aktuell ein stark geändertes Reiseverhalten der Deutschen und in anderen Ländern, Treiber dafür sind aber eher praktischer Natur, wie fehlende Alternativen, kurz- und mittelfristige Beschränkungen und Verbote sowie Unsicherheiten der Menschen, als der reine Nachhaltigkeitsgedanke. Mit zunehmender Anzahl an Reisenden und der Sichtbarkeit der Folgen des Klimawandels nehmen Diskussionen über verantwortungsvolles Reisen und das Bewusstsein dafür zu. Jedoch ist Nachhaltigkeit bis dato ein wettbewerbsrelevantes, aber für viele (noch) nicht das entscheidende Kriterium in ihrer Urlaubswahl. So rechnet die Branche langfristig wieder mit einem „klassischen Verhalten (Flugreisen, Fern- und Geschäftsreisen) der Reisenden wie vor der Pandemie“. Auch ist davon auszugehen, dass Angebot und Nachfrage und damit die Marktkräfte es sein werden die die weitere Entwicklung des Themas maßgeblich mitgestalten.

Nachhaltigkeit umzusetzen und Herausforderungen wie Overtourism zu meistern bedarf einer gemeinsamen politischen und wirtschaftlichen Kraftanstrengung

Nachhaltig zu agieren ist kein reiner Selbstzweck, denn es ist mit verkaufsentscheidend (Bsp. emissionsneutrale Kreuzfahrt), von zunehmender Relevanz im Hinblick auf Investoren und Geldgeber und schlicht Teil der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen. Gleichwohl benötigt es politische Rahmenbedingungen und Gesetze und Treiber müssen verstärkt Anreize als Verbote sein, um nachhaltiges Reisen in der breiten Masse durchzusetzen.

Dasselbe gilt für das Thema Overtourism. Wenn man davon ausgeht, dass aufstrebende Schwellenländer wie Indien etc. den europäischen Markt fluten, stehen wir erst am Anfang einer Entwicklung. Auch hier müssen es staatliche Reglementierungen und ein ordnungspolitischer Rahmen auf übergeordneter Ebene sein, die diesen Herausforderungen Einhalt gebieten. Während derzeit Konzepte oftmals auf einen verbesserten Umgang für akut von Overtourism betroffenen Städten ausgelegt sind, was zu einer Verlagerung auf „Ausweichstädte“ führt, sind langfristig wirksame Konzepte destinationsübergreifend zu entwickeln.

Das Bild vom „Alt sein“ verändert sich – auch mit Implikationen auf den Tourismus

Die weltweit alternde Gesellschaft hat Auswirkungen auf alle gesellschaftlichen Bereiche, auch auf Mobilität und Tourismus. So sind die „RentnerInnen von gestern nicht vergleichbar mit den RentnerInnen von morgen“, denn diese sind hochgradig vital unterwegs bei oftmals wenig eingeschränkter Gesundheit und verstärkt digital affin. „Ausruhen und Erholen“ sind wichtige Urlaubsmotive, aber nicht die ausschlaggebenden Kriterien – denn auch im Alter will man reisen, sehen, erleben, entdecken. Folglich erwartet auch dieses Kundensegment die gesamte Bandbreite an Angeboten, setzt auf Qualitäts- sowie serviceorientierten Nah- und Ferntourismus mit einem klassischen Aktivitätenprogramm und End-to-End-Mobilität. Unternehmen denen es gelingt diesen Ansprüchen gerecht zu werden, werden Profiteure dieser Langfristentwicklung sein.

Infrastrukturen schaffen, in denen der Kunde sich bestenfalls täglich aufhält – ein wesentlicher Baustein, um langfristig erfolgreich am Markt zu partizipieren

Auch wenn der Urlaub noch immer die größte einzelne Haushaltsausgabe der Deutschen ist, ist gleichzeitig die Anzahl an Kundenkontaktpunkten, verglichen mit bspw. der Lebensmittelbranche, mit denen ein Kunde täglich in Kontakt steht, in der Touristik gering. So wird es künftig noch stärker darum gehen, den Kunden in eine Infrastruktur und Umgebung zu überführen, in der er sich bestenfalls täglich aufhält. Vorreiter der Branche sind dabei große Plattformen, wie Check24 oder Booking.com, welches nicht umsonst „Amazon der Touristik“ genannt wird.  Eine kontinuierliche Erweiterung der Wertschöpfungskette (z. B. Booking und OpenTable) und damit einhergehend eine engere Verzahnung mit dem Kunden sowie die Verschmelzung unterschiedlicher Lebensbereiche gilt dabei als Schlüssel.

Wer die beste Infrastruktur für den Menschen zur Verfügung stellt und es schafft den Urlaubswilligen sehr frühzeitig abzuholen wird erfolgreicher Gamechanger sein. Die Digitalisierung trägt ihr Übriges dazu bei.

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